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Fachartikel

Wundreinigung und Antibiotikaeinsatz in der Praxis

Resistenzen, rechtlicher Rahmen und die Rolle der Hygiene im Wundmanagement

Antibiotika sind eine große Errungenschaft der Medizin. Bei unsachgemäßem Einsatz können sie jedoch zur Entwicklung von Resistenzen beitragen. Das gilt bei Heim- und Nutztieren ebenso wie beim Menschen. Ein zurückhaltender, indikationsgerechter Einsatz erhält die Wirksamkeit der Wirkstoffe für Fälle, in denen sie gebraucht werden.

Wie Resistenzen entstehen

Resistenzen entstehen durch Selektionsdruck. Begünstigend wirken unter anderem:

  • Gabe ohne ausreichende Indikation
  • Unter- oder Überdosierung
  • zu kurze oder zu lange Anwendungsdauer
  • zu häufige Anwendung

Rechtlicher Rahmen

Die Verordnung (EU) 2019/6 über Tierarzneimittel gilt seit dem 28. Januar 2022. Sie schränkt unter anderem den prophylaktischen Einsatz antimikrobieller Arzneimittel ein. In Deutschland und Österreich wird sie durch nationale Vorschriften ergänzt.

Grundlagen des Wundmanagements

Ob ein Antibiotikum nötig ist, entscheidet die Tierärztin oder der Tierarzt anhand von Befund, Ausdehnung und gegebenenfalls mikrobiologischer Untersuchung. Zum Wundmanagement gehören unabhängig davon:

  • Untersuchung und Beurteilung der Wunde
  • Entfernung von Fremdkörpern und devitalisiertem Gewebe
  • mechanische Reinigung durch Spülung
  • Schutz vor erneuter Verschmutzung
  • Kontrolle des Verlaufs

Reinigung und Hygiene gehören bei jeder Wunde zu den Grundlagen. Bei tiefen, ausgedehnten oder systemischen Befunden sind zusätzlich weiterführende Diagnostik und gegebenenfalls eine systemische Antibiotikagabe erforderlich.

Fazit

Die Entscheidung über Antibiotika bleibt eine tierärztliche Aufgabe und beruht auf Diagnostik und Befund. Wundmanagement einschließlich Reinigung und Hygiene folgt davon unabhängig fachlichen Standards.

Quellen

  • Verordnung (EU) 2019/6 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2018 über Tierarzneimittel und zur Aufhebung der Richtlinie 2001/82/EG.