Nur für Fachkreise.DEEN

Fachartikel

Mortellaro beim Rind (Dermatitis digitalis): Ätiologie, Klinik und Management

Die Dermatitis digitalis (Mortellaro) ist eine schmerzhafte, infektiöse Erkrankung der Klauenhaut. Sie verursacht Lahmheiten und in vielen Beständen erhebliche wirtschaftliche Verluste. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über Ätiologie, Klinik und Herdenmanagement.

Klinisches Bild

Typisch sind umschriebene, gerötete, oft erdbeerartig veränderte und schmerzhafte Hautläsionen, meist an der Haut im Bereich des Zwischenklauenspalts und am Ballen der Hintergliedmaßen. Die Läsionen können nässen, bluten bei Berührung und von nekrotischem Gewebe umgeben sein. Häufig besteht Lahmheit.

In der Literatur wird das Erscheinungsbild üblicherweise in Stadien (M0 bis M4) eingeteilt.

Ätiologie und prädisponierende Faktoren

Die Erkrankung ist multifaktoriell. Beteiligt sind verschiedene Bakterien, insbesondere Treponema spp., daneben unter anderem Dichelobacter nodosus, Porphyromonas levii und Fusobacterium necrophorum. Feuchte, verschmutzte Laufflächen und unzureichende Klauenhygiene begünstigen Entstehung und Ausbreitung im Bestand. Auch der Zukauf infizierter Tiere ist ein Risiko.

Diagnostik

Die Diagnose wird in der Regel klinisch an der angehobenen, gereinigten Klaue gestellt. Wichtig sind die Abgrenzung von anderen Klauenerkrankungen wie Zwischenklauenphlegmone oder Klauengeschwüren und die Beurteilung des Kronsaums.

Management im Bestand

Das Vorgehen liegt in tierärztlicher Verantwortung. Maßnahmen umfassen:

  • frühzeitige Erkennung durch regelmäßige Klauenkontrolle und Klauenpflege
  • trockene, saubere Liegeflächen und Laufgänge, gutes Entmistungsmanagement
  • Maßnahmen beim Zukauf neuer Tiere
  • lokale oder systemische Arzneimittel nur nach tierärztlicher Entscheidung und unter Beachtung des geltenden Arzneimittelrechts
  • Verlaufskontrolle betroffener Tiere