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Equine Keratitis: Ätiologie, Klinik und Diagnostik

Keratitis, die Entzündung der Hornhaut, zählt zu den häufigsten und potenziell schwerwiegenden Augenerkrankungen des Pferdes. Wegen der exponierten Lage des Auges und der hohen Verletzungsanfälligkeit führt sie oft zu erheblichen Schmerzen und sekundären Infektionen. In schweren Fällen drohen bleibende Sehstörungen bis zum Verlust des Auges. Jede Keratitis erfordert eine zeitnahe tierärztliche Abklärung.

Formen und Ursachen

  • Ulzerative Keratitis: Im Vordergrund steht eine Schädigung des Hornhautepithels, meist durch ein mechanisches Trauma (z. B. Fremdkörper, Stroh, Pflanzenmaterial). Es können bakterielle oder mykotische Infektionen folgen. Aspergillus und Fusarium gehören zu den häufigen Pilzpathogenen beim Pferd.
  • Nicht-ulzerative und immunvermittelte Keratitis: Chronische, nicht-infektiöse Formen entstehen durch Immunreaktionen der Hornhaut ohne primären epithelialen Defekt. Eine mögliche Rolle von Viren wie EHV-2/5 wird diskutiert, ist aber nicht eindeutig belegt.

Klinische Symptome

  • Blepharospasmus und Photophobie
  • Epiphora
  • Rötung und Schwellung der Konjunktiven und Lider
  • Hornhauttrübung, -erosion oder -ulzeration
  • in fortgeschrittenen Fällen Vaskularisation und Narbenbildung der Hornhaut

Diagnostik

Eine systematische ophthalmologische Untersuchung ist unerlässlich:

  • Fluoreszein-Färbung, ggf. Rose-Bengal-Färbung zur Darstellung epithelialer Defekte
  • Schirmer-Tränentest zur Beurteilung des Tränenfilms
  • Spaltlampenuntersuchung der Hornhaut
  • Zytologie und Kultur von Hornhautmaterial
  • PCR zum Nachweis schwer anzüchtbarer Erreger

Tierärztliches Management

Die Wahl der Maßnahmen liegt bei der Tierärztin oder dem Tierarzt und richtet sich nach Form und Schweregrad. Beurteilung und Versorgung von Hornhautläsionen erfolgen ausschließlich durch die Tierärztin bzw. den Tierarzt.

  • Entfernung von Fremdmaterial und nekrotischem Gewebe
  • Schmerzmanagement und Kontrolle der sekundären Uveitis
  • Schutz des Auges, etwa durch eine Augenmaske
  • Arzneimittel nach tierärztlicher Entscheidung, z. B. Antibiotika nach Antibiogramm, Antimykotika bei Pilzbeteiligung, Atropin zur Zykloplegie. Kortikosteroide können bei infektiöser Keratitis kontraindiziert sein.
  • chirurgische Verfahren bei tiefen Ulzera, Descemetozele, Perforation oder Abszess; sie reichen von Bindehautlappen und Transplantaten bis zur Enukleation